Aufruf

Am 6.7.2013 findet in Budapest die jährliche Regenbogen/Pride-Parade statt. Die Demonstration für die Rechte von LGBTQ Personen wurde in den letzten Jahren mehrmals von faschistischen Gruppen angegriffen, von der Polizei verboten und mit staatlicher Repression belegt. Angesichts dieser Vergangenheit und der aktuellen faschistischen Entwicklungen in Ungarn wollen wir Solidarität zeigen und an der Pride teilnehmen.

Dass ein gemeinsamer Kampf für die Rechte von LGBTQ Menschen gerade auch in Ungarn wichtig ist, wird klar wenn mensch sich vor Augen führt, dass die Regierung unter Viktor Orban vor kurzem ein Gesetz erlassen hat, welches nur heterosexuelle Ehen mit Kindern unter staatlichen Schutz stellt. Untermauert werden solche reaktionären Verfassungsänderung unter anderem mit dem neoliberalen Argument, den demographischen Rückgang bekämpfen zu wollen, der für den Zusammenbruch des Rentensystems verantwortlich gemacht wird.
Dabei werden immer wieder antimuslimische und gegen Romni und Sintiza gerichtete Ressentiments gestreut, die mit ihren vermeintlich „kinderreicheren Familien“ eine Bedrohung für die „abendländische Kultur“ darstellen.

Dass Homophobie und der traditionelle, patriarchale Begriff von Familie nun Verfassungsrang bekommen haben und Menschen durch gezielte Diskriminierungen gegeneinander aufgehetzt werden, wird von der Realpolitik und aus zivilgesellschaftlichen Kreisen wenig bis gar nicht skandalisiert und schon gar nicht in einen größeren Zusammenhang gestellt.
Menschen, die sich weigern, sich in die Norm der Kernfamilie einzufügen oder nicht dem von der Regierung propagierten normativen Bild von heterosexueller Identität entsprechen, werden per Gesetz nicht nur ausgeschlossen, sondern zum Beispiel durch ausdrückliche Ehe- und Adoptionsverbote massiv benachteiligt.
Längst sind Antisemitismus, Rassismus und Homophobie im ungarischen Parlament salonfähig geworden – Entwicklungen, die in den Skandalen von Abgeordneten nur ihre drastische Zuspitzung finden.
Um so wichtiger ist es, den Menschen zur Seite stehen, die in Budapest gegen diese ekelhaften Tendenzen auf die Straßen gehen, um für ihre Rechte zu kämpfen.
Die bagru Internationale Entwicklung möchte deshalb von Wien aus breit mobilisieren und die Möglichkeit eines Städte- und Länderübergreifenden Protests schaffen.

Wir wollen mit unserer Präsenz ein klares Zeichen der Solidarität mit allen Menschen, die in Ungarn und überall wegen ihrer sexuellen Identität marginalisiert werden, setzen und der Fidesz-Regierung zeigen, dass wir ihre menschenfeindliche Politik nicht akzeptieren werden!

Kommt am 6. Juli nach Budapest und zeigt Solidarität!
Gegen Heteronormativität und Homophobie!
Gegen Unterdrückung und Kapitalismus!

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